Hund Rex

Als ich meinen Mann kennenlernte, schwärmte er mir immer wieder von seiner sehr lieben Colliehündin vor, die ich leider nicht kennengelernt habe. Kurze Zeit später fuhren wir nach Belgien, wo er mir in Lüttich einen Markt zeigte, auf dem Tiere verkauft wurden.

Dort sahen wir Rex, einen süßen belgischen Schäferhundwelpen, den wir direkt mit nach Hause nahmen.

Doch der Anfang war schwer. Rex wollte nichts fressen und wir haben uns Sorgen gemacht. Über besonders leckere Sachen wie z.B. Leberwurst haben wir ihn dann langsam an Nassfutter gewöhnt.

Stubenrein war er sehr schnell. Draußen sind wir immer bis zu der Stelle gerannt, an der er das Bein heben durfte (was er aber noch gar nicht konnte), damit er sich nicht direkt im Vorgarten schon erleichterte, was natürlich andere Hunde eingeladen hätte, darüber zu markieren. Nach einigen Tagen mussten wir nicht mehr rennen, denn er hatte schon verstanden.

Da ich noch keine Ahnung von der Hundeerziehung hatte, fragte ich beim Schäferhundeverein, ob ich mit Rex dorthin kommen dürfe. Als Antwort sagte man mir, dass der Hund dazu ca. 1 Jahr alt sein müsse. Also musste ich bis dahin selbst mit ihm klarkommen.

Zu Hause war er ein lieber Hund, der gerne zu unseren Füßen lag, auch im Bett, wenn wir schliefen.

Weil ich gerne Fahrrad gefahren bin, und Rex viel Auslauf haben sollte, nahm ich ihn gerne mit durch die Felder. Dort lief er brav, auch ohne Leine, neben dem Fahrrad her.

Auf Spaziergängen ließ Matthias ihn von Anfang an, wenn möglich, ohne Leine laufen. Rex hörte auf ihn. Also versuchte ich es ebenso. Doch der Hund hatte seinen eigenen Kopf. Er kam leider nicht, wenn ich es wollte, sondern er entschied selbst, wann er zurückkam.

Andere Hundebesitzer, die ich traf, rieten mir, dem Hund "einen Klapps" zu geben, wenn er nicht hörte. Einige warnten davor, den Hund mit der Hand zu schlagen, und es lieber mit einer Zeitung zu tun, weil er sonst Angst vor der Hand bekäme. Leider habe ich solche Ratschläge aus mangels besseren Wissens ausprobiert. Wenn Rex nicht nach 3maligem Rufen kam, erhielt er, wenn er endlich wieder bei mir war, einen Klapps mit der Zeitung. Allerdings hörte ich schnell wieder damit auf, weil Rex nun gar nicht mehr bereit war, zu mir zu kommen.

Ziemlich geschockt war ich ein paar Monate später an dem Tag, als er immer weiter weglief, bis er zu einer relativ stark befahrenen Straße und sich nicht einfangen ließ. Er wich mir immer aus, geriet auf die Straße, doch zum Glück passierte nichts. Da änderte ich spontan mein Verhalten und lief weg. Rex sah das und fand dieses Spiel toll, er rannte mir begeistert hinterher. Auf diese Weise kamen wir aus der Gefahrenzone, aber ich lief vorsichtshalber immer weiter bis nach Hause.

Seit diesem Vorfall durfte Rex nicht mehr von der Leine, es wäre zu gefährlich gewesen. Aber das war für uns beide kein befriedigender Zustand mehr. Daher war ich eigentlich froh, als feststand, dass wir den Hund abgeben mussten, weil in der neuen Wohnung, die wir endlich gefunden hatten, keine Hunde erlaubt waren.

Wir fanden für Rex in ländlichem Gebiet ein neues Heim mit großem Garten. Dort gab es schon einen Hund, der seinen Besitzer respektierte, welcher wiederum gut mit ihm umging. Rex schien es dort zu gefallen und wir waren erleichtert, denn er war dort anscheinend besser aufgehoben als bei uns.

 

Home