Hamster Mutz und Matz

Nachdem meine Schwester Mäuse hatte, entschloss ich mich als Jugendliche, es lieber mit Hamstern zu versuchen. Wir bauten einen großen, ca 1,20m breiten Käfig aus Spressspan mit einer Front aus Plexiglas. Auch an das Laufrad und die Versorgung war gedacht. Im Geschäft entschied ich mich für einen honigfarbenen Hamster, den ich Mutz nannte.

Zu Hause setzte ich Mutz in den Käfig. Doch dann sah ich, dass Mutz sehr viel alleine war, denn ich muße ja zur Schule gehen. Also ging ich ein paar Tage später in dasselbe Geschäft und suchte noch einen braunen Hamster aus, der Matz heißen sollte. Die beiden sollten sich eigentlich gut vertragen, denn sie waren aus einem Wurf und im Geschäft in einem Käfig untergebracht. Bevor ich ihn aber endgültig kaufte, fragte ich noch einmal ausdrücklich nach, ob es auch wirklich ein Weibchen war. Ein Pärchen schied natürlich aus, weil ich mit den zweien genug hatte und keinen Nachwuchs wollte.

Frohen Mutes lief ich dann nach Hause und setzte Matz zu seiner Schwester in den großen Käfig. Was dann geschah, hatte ich wirklich nicht erwartet. Statt sich zu freuen, ging der eine sofort auf den anderen los. Sie bissen sich ineinander fest. Es war beängstigend. Irgendwie gelang es mir, die zwei auseinander zu reißen. Ich musste feststellen, dass sie sich nicht nur das Fell ausgerissen hatten, sondern sogar Fleischwunden davontrugen. Ich konnte sie also nicht wieder zusammensetzen. Also wurde der Käfig durch eine weitere Plexiglaswand in zwei Teile geteilt. so konnten sie sich noch sehen, aber einander nicht mehr verletzen.

Matz war ein pflegeleichter, lieber, ganz süßer Hamster, mit dem ich nie irgendwelche Schwierigkeiten hatte.

Mutz dagegen wurde immer dicker, was mir nicht so gut gefiel. Einige Zeit später jedoch zeigte sich der Grund dafür: Im Streu lagen einige winzige Hamster-Babys! Mutz musste also schon beim Kauf trächtig gewesen sein. Egal, die Kleinen waren so süß!

Die Babys waren noch nackt und hatten die Augen geschlossen. Mutz erwies sich als gute Mutter und zog sie alle groß. Die Kleinen öffneten bald ihre Augen, bekamen Fell in unterschiedlichen Farben und wuchsen recht schnell. Als sie groß waren, konnte ich mich nur sehr schwer von ihnen trennen. Daher war ich froh, dass eine Freundin von mir zwei Hamster nahm, die ich nun in guten Händen wusste.

Eines Tages war Mutz aus ihrem Käfig verschwunden. Ich wunderte mich, denn der Rand war ca 50cm hoch, da konnte sie doch nicht einfach so rausspringen! Als ich sie im Zimmer umherlaufen sah, fing ich sie ein und setzte sie wieder zurück. Mutz riss oft aus. Bald konnte ich dann auch beobachten, wie sie es anstellte: Sie schob ich Häuschen an den Rand des Käfigs, kletterte auf das Dach und konnte von dort aus problemlos über den Rand des Käfigs springen.

Ich ließ sie einige Zeit gewähren, es war doch süß, wenn sie durchs Zimmer lief. Aber bald merkte ich, dass sie ganz gerne einige Sachen anknabberte, was ich gar nicht gut fand. Außerdem versteckte sie sich bald hinter den Schränken und kam längere Zeit nicht wieder heraus. (Bei der Renovierung des Zimmers sah es dort entsprechend aus). Doch als ich feststellen musste, dass sie sich an einer Stelle ein Loch in die Wand geknabbert hatte und so auch noch in das Zimmer meines Bruders konnte, wurde es mir zu bunt. Von nun an musste Mutz im Käfig bleiben.

Einmal wollte ich für eine Woche auf ein Seminar fahren, konnte jedoch niemanden finden, der sich um meine Hamster kümmern wollte. Da habe ich sie einfach mitgenommen und heimlich in mein Zimmer gebracht. Einige haben es bemerkt, sie kamen oft gucken, haben uns aber nicht verraten. 

An das Ende von Mutz und Matz kann ich mich irgendwie nicht mehr erinnern...

 

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